Jedes Kraftfahrzeug trägt eine einzigartige Identität: die Fahrzeugidentifikationsnummer, kurz FIN – im internationalen Sprachgebrauch auch VIN (Vehicle Identification Number). Diese 17-stellige alphanumerische Zeichenkette ist das Fingerabdruckäquivalent eines Fahrzeugs und enthält eine Fülle von Informationen.
Wo finde ich die FIN?
Die FIN ist an mehreren Stellen am Fahrzeug und in Dokumenten zu finden:
- Windschutzscheibe (Fahrerseite): Auf einem Metallschild sichtbar von außen, am unteren Rand der Windschutzscheibe
- Türrahmen (Fahrerseite): Auf einem Aufkleber oder eingestanztem Schild im B-Säulenbereich
- Motorraum: Eingestanzt in den Längsträger oder auf einem Schild am Motorblock
- Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II): Feld E
- Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I): Feld E
Wichtig: Alle Stellen sollten identisch sein. Weichen FIN-Angaben voneinander ab, kann dies auf ein gestohlenes oder gefälschtes Fahrzeug hinweisen.
Aufbau der FIN – Stelle für Stelle erklärt
Die FIN ist nach internationaler Norm ISO 3779 aufgebaut und folgt einem festen Schema:
| Stellen | Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1–3 | WMI (World Manufacturer Identifier) | Hersteller und Herkunftsland. Z.B. WBA = BMW Deutschland, WAU = Audi, WVW = Volkswagen |
| 4–8 | VDS (Vehicle Descriptor Section) | Fahrzeugtyp, Karosserievariante, Motor und Ausstattung – herstellerspezifisch kodiert |
| 9 | Prüfziffer | Wird nach einem standardisierten Algorithmus berechnet und dient der Verifizierung der FIN-Echtheit (in Europa nicht immer verwendet) |
| 10 | Modelljahr | Kodiert das Produktionsjahr. A=1980, B=1981 ... Y=2000, 1=2001 ... A=2010 (Zyklus wiederholt sich) |
| 11 | Werk | Das Produktionswerk des Herstellers |
| 12–17 | VIS (Vehicle Indicator Section) | Fortlaufende Seriennummer – macht jede FIN weltweit einzigartig |
Was verrät ein FIN-Check?
Die FIN selbst enthält bereits Informationen über Herkunft, Typ und Baujahr. Deutlich wertvoller ist jedoch ein FIN-Check in spezialisierten Datenbanken:
- Vorhalteranzahl: Wie viele Vorbesitzer hatte das Fahrzeug?
- Kilometerstand-Historie: Gespeicherte Kilometerstände aus HU-Prüfungen und Werkstattbesuchen – ideal zur Erkennung von Tachomanipulationen.
- Unfallhistorie: Gemeldete Unfälle und Versicherungsschäden (je nach Datenbankabdeckung).
- Gestohlene Fahrzeuge: Abgleich mit nationalen und internationalen Fahndungsdatenbanken.
- Finanzierungsstatus: Ob das Fahrzeug noch mit einer Finanzierung belastet ist (Sicherungsübereignung).
- Rückrufaktionen: Offene Hersteller-Rückrufe, die noch nicht abgearbeitet wurden.
Häufige Fragen zur FIN
Kann die FIN gefälscht werden?
Ja, und das ist eine der Methoden bei Fahrzeugdiebstahl: Gestohlene Fahrzeuge erhalten manipulierte FIN-Schilder. Deshalb sollten Sie immer alle FIN-Stellen am Fahrzeug vergleichen und einen professionellen FIN-Check durchführen lassen.
Was bedeutet "I", "O" und "Q" nicht in der FIN?
Die Buchstaben I, O und Q sind in der FIN nicht erlaubt, da sie mit den Ziffern 1, 0 und 9 verwechselt werden könnten. Eine FIN, die diese Zeichen enthält, ist gefälscht.
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